Kampfgemeinschaft löst sich auf
Nach neun Jahren kündigen die Ringer des VfL Kaltental den Vertrag mit dem TSV Münster
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Noch packt Timo Schulz kraftvoll für die Kampfgemeinschaft zu. In der neuen Saison dann wohl wieder „nur“ für den TSV Münster.Foto: Archiv
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Von Torsten Streib
Münster - Drei Kämpfe stehen noch aus, danach ist die Kampfgemeinschaft Münster/Kaltental Geschichte. Die Ringer des VfL Kaltental baten um die Auflösung des Vertrags. Der TSV Münster muss in der neuen Saison wieder eine eigene Mannschaft stellen.
Beide Seiten bedauern die Auflösung, jedoch sind die Gründe nachvollziehbar. Seit zwei Jahren besteht die Kampfgemeinschaft nur aus Ringern des TSV Münster. Geld müssen aber laut Vertrag in gleichem Maße beide Seiten beisteuern. Und das sah der Hauptverein des VfL Kaltental nicht mehr ein. „Uns gingen die Argumente aus, warum der Verein Geld in die Kampfgemeinschaft stecken soll, obwohl keine Ringer aus Kaltental mehr mitwirken“, sagt VfL-Ringer-Abteilungsleiter Uwe Deffner. Es sei schade, denn in der neunjährigen Ringer-Ehe habe man gut zusammengearbeitet. Jedoch schließt Deffner nicht aus, dass es irgendwann wieder eine gemeinsame Zukunft mit dem TSV Münster geben könnte. „Im Jugend- und Schülerbereich haben wir bereits an eine Zusammenarbeit gedacht“, so der ehemalige Schwergewichtsringer. „Zudem ist es durchaus denkbar, sollten wir mal wieder einen Ringer für den Männerbereich haben, diesen in Münster zu parken.“Auch in Münster bedauert man das Ende der Ringer-Liaison. Doch auch für TSV-Abteilungsleiter Andreas Lorch sind die Gründe einleuchtend. „Das deutete sich seit längerem an, kam für uns nicht gerade überraschend.“ Nun müsse man eben wieder auf eigenen Beinen stehen, was eine neue Herausforderung darstelle. Vom Personal her ist dies nach aktuellem Stand möglich, sollten die jetzigen Ringer nicht alle überraschenderweise die Flucht aus Münster antreten. „Das zeichnet sich nicht ab.“ Eine Entscheidung falle aber erst im neuen Jahr. Jedoch kommen auf die Münsterer höhere finanzielle Belastungen zu, schließlich muss man nun den kompletten Mannschaftsbetrieb finanzieren. „Da müssen wir unter anderem noch mit dem Hauptverein sprechen.“Ringen hat beim TSV eine sehr lange Tradition, doch in den vergangenen Jahren hat das Interesse vor allem im Jugendbereich nachgelassen. Deshalb wird derzeit versucht, den Kinder- und Jugendbereich neu zu beleben. So hat man Urgestein Siggi Bast, Timo Schulz und Pascal Späth (die beiden Letztgenannten ringen in der ersten Mannschaft) als Jugendtrainer gewinnen können. „Ein kleiner Aufwärtstrend ist erkennbar. Zehn bis zwölf Kinder sind regelmäßig im Training.“ Bis aber der ein oder andere in der ersten Mannschaft ringen könnte, „vergehen mindestens noch zwei Jahre“.
Die Kampfgemeinschaft
Nachdem vor zehn Jahren der TB Cannstatt die Zusammenarbeit mit dem TSV Münster aufkündigte, fand der TSV ein Jahr später mit dem VfL Kaltental einen neuen Partner. Damals startete man in der Landesliga, stieg aber prompt ab. Seitdem ringt die KG in der Bezirksliga. In dieser Saison stemmt man sich - bislang erfolgreich - gegen den Abstieg.